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Feldnotizen

Ein schlechter Freitag in der Pumpenfabrik

Eine Lieferung verschiebt sich um zwei Wochen, und drei Aufträge hängen daran. Vier Rettungsideen kommen als Hypothesen auf ein Fallboard. Eine übersteht es, und sie ist trotzdem nur ein Angebot.

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Freitag, zehn Uhr, München. Die Planungsrunde läuft seit neun Minuten, als jemand es ausspricht: Die Gehäuse kommen erst am Achtzehnten.

Fünfhundert Pumpengehäuse von Elbe Precision Castings, fällig am 4. Oktober, kommen zwei Wochen zu spät. Drei Kundenaufträge brauchen sie zwischen dem 5. und dem 7. Zusammen sind sie 870.000 € wert.

Jeder im Raum hat eine Idee. Hamburg hat Bestand. Jemand hat ein günstiges Los über tausend Stück gefunden. Genau dafür haben wir einen zweiten Lieferanten gebucht.

Die kurze Antwort: Keine der drei hält. Jede scheitert an einem Grund, der in einer anderen Abteilung liegt: an einem Lkw-Slot, an einer Konstruktionsrevision, an einer Gießerei, die sich zwei Lieferanten teilen. Eine vierte Idee kommt um halb zwölf per Memo. Sie deckt jeden Auftrag, und sie ist trotzdem nur ein Angebot.

Dieselbe Geschichte als Film

One bad Friday erzählt diesen Fall in fünf Minuten.

Titelbild des Films One bad Friday: ein Besprechungstisch, eine Notiz, die eine Lieferung vom 4. auf den 18. Oktober verschiebt, drei Kundenaufträge und darüber der Titel

Die Bilder in diesem Artikel sind Standbilder daraus. Papier auf einem schwarzen Tisch ist der Film, der erklärt; ein dunkles Browserfenster ist der Arbeitsbereich selbst. Die Fotografien wurden für den Film erzeugt und zeigen keinen echten Ort und kein echtes Produkt.

Die Antwort war längst im Haus

An so einem Freitag fehlen niemandem Daten. Die Aufträge stehen im ERP. Der Bestand steht im Lagersystem. Die Lkw-Slots hat der Spediteur. Und der Grund für die Verschiebung steht in einem Memo, das jemand um 07:15 Uhr geschrieben hat.

Was fehlt, ist ein Ort, an dem sich die vier treffen. Deshalb schließt der Arbeitsbereich sieben Abteilungen an:

QuelleWas sie enthält
StammdatenLieferanten, Gießereien, Kunden, Werke, Maschinen, Teile, Pumpen
Versorgung & AufträgeAufträge, die Bestellung und ihr neuer Termin, Bestand, Lkw-Slots, Angebote, die Betriebsnotiz
Einkauf & KalkulationStahlangebote, Harzangebote, das Blatt der Endbearbeitung, Beschaffungsnotizen
Maschinen & WartungNeunzig Tage stündlicher Messwerte von 16 Maschinen, Wartungshistorie, Übergaben
Qualität & Rückverfolgbarkeit400 Gehäuseprüfungen, 2.000 Endprüfungen, Lieferungen, Fertiglose
BestandsführungBestand, Chargen, Reservierungen und Umlagerungen in drei Werken
DatenschnittstellenAuszüge aus SAP, MES, Lager, Auftragsereignissen und Qualitätsgeräten, dazu die Tickets, die sie erklären

Zusammen sind das 196 Datensätze. Acht Detektoren lesen sie. Sechs davon sind Prüfungen, eine je Abteilung: einfache Regeln, die in einem Satz sagen, was nicht stimmt, und die Rechnung zeigen. Hier ist eine, wörtlich (der Arbeitsbereich ist englisch):

PO101 from Elbe Precision Castings (500 housings) now arrives 18 Oct, 14 days after the promised 4 Oct — too late for all 3 orders that need it.

Der siebte Detektor findet in Memos die Sätze, die ändern, was erlaubt ist. Der achte findet Namen und Codes, damit ein Lieferant derselbe Lieferant ist, wo immer er geschrieben steht. Beide kommen noch vor.

Vier Ideen, jede mit einem Test

Jede Rettungsidee kommt als Hypothese auf das Fallboard, mit dem Test, den sie bestehen muss. Für die erste: Wenn sie stimmt, erreichen bis zum 4. Oktober mindestens 380 Gehäuse München.

1. „Hamburg hat Bestand“

Stimmt. Hamburg weist 260 Gehäuse aus. Aber 160 davon sichern Reservierungen und Sicherheitsbestand, bleiben 100 frei. Und der einzige Lkw-Slot, der rechtzeitig ankommt, lädt 80.

Das rettet einen Auftrag. 570.000 € bleiben offen. Die Prüfung sagt es in ihren eigenen Worten: „Hamburg has 100 free housings, but the only truck slot arriving by 4 Oct carries 80: 20 housings that exist cannot reach Munich in time.“ Widerlegt.

2. „Es gibt ein günstiges Los über tausend Stück“

Auch ein vierter Auftrag, über Hygienepumpen, ist unterdeckt, und Adria Value Metals bietet 1.000 Gehäuse zu 145 € das Stück. Sie sind Revision C mit Industriefreigabe. Diese Pumpe braucht Revision D mit Hygienefreigabe.

Ein Angebot über 1.000 Gehäuse zu 145 Euro, Revision C, neben einem Memo mit einem markierten Satz: Der Einkauf kann auf diese Anforderung nicht verzichten, und den beiden Befunden, die ihn zitieren

Ob man darauf verzichten kann, steht in keiner Tabelle. Es steht in der Betriebsnotiz, und der Memo-Detektor hat den Satz gefunden und neben den Preis gestellt: „Revision C has a different seal interface; purchasing cannot waive this requirement.“ Widerlegt.

3. „Wir haben zwei Lieferanten“

Das ist die bequeme Idee. Die nächsten hundert Gehäuse sind bei zwei Lieferanten gebucht, Elbe und Morava, und auf dem Buchungsblatt stehen zwei Haken.

Zwei Lieferantenkarten, Elbe und Morava, mit grünem Faden an ein Foto einer Gießerei gebunden, die vom 2. bis 16. Oktober stillsteht, darunter der Befund zur gemeinsamen Vorstufe

Eine Ebene höher lassen beide ihre Gehäuse in derselben Gießerei gießen, und diese Gießerei steht vom 2. bis zum 16. Oktober still. Alle 100 gebuchten Gehäuse fallen in den Ausfall. Zwei Namen, eine Gießerei. Widerlegt, und die gefährlichste der drei Ideen, weil die Einkaufsliste gut aussah.

4. Das Memo um halb zwölf

Um 11:30 Uhr trifft eine Beschaffungsnotiz ein. Ein vierter Lieferant bietet 200 fertige Gehäuse an, in einer anderen Gießerei gegossen und von der Konstruktion für genau diese Pumpen freigegeben.

Eine Beschaffungsnotiz mit einem Rettungsangebot, darunter ein Balken: 100 Gehäuse in München, 80 aus Hamburg, 200 aus dem neuen Los, 380 von 380, alle drei Aufträge als gedeckt markiert

100 in München, 80 aus Hamburg, 200 aus dem neuen Los: 380 von 380. Jeder Auftrag ist gedeckt. Das Board setzt diese Hypothese auf gestützt, mit 75 %, und sagt, warum nicht mehr: Es ist ein Angebot, kein Bestand, es läuft am Nachmittag ab, und dasselbe Memo hält fest, dass kein Kauf und keine Umlagerung genehmigt ist.

Das Fallboard in Classifyre, herausgezoomt: drei Hypothesenrahmen als widerlegt markiert, ein vierter als gestützt mit 75 Prozent, dazu der Versorgungsstand von zehn Uhr und der von zwölf Uhr, beide auf dem Board

Zehn Uhr steht noch da. Der Stand, wie er damals bekannt war, und der Stand vom Mittag sind zwei Datensätze auf demselben Board. Neue Belege haben das Urteil geändert, nicht die Geschichte. (Die Beschriftungen an den Seiten des Boards sind Notizen des Films; alles im Fenster ist der Arbeitsbereich.)

Ein Lieferant, vier Abteilungen

Jetzt das, was kein einzelnes System zeigt. Nehmen Sie einen Namen dieses Freitags: Elbe Precision Castings. Im Verzug bei der Bestellung. Teilt sich die Gießerei mit dem Wettbewerber. Hat die Gehäusecharge gegossen, um die es in einer Qualitätsreklamation geht. Und ist der bisherige Lieferant in einem Stahlangebot.

Die Entitätsseite von Elbe Precision Castings in Classifyre: 21 Erwähnungen in 13 Datensätzen aus vier Quellen, Lieferantencode und Name als Kennungen und die Liste aller Datensätze, die den Lieferanten erwähnen

Vier Abteilungen, dreizehn Datensätze, eine Seite. In einem Memo steht „S001“, auf einem Blatt „Elbe Precision Castings“, und beides landet bei derselben Entität, denn für den Arbeitsbereich ist ein Lieferant ein Ding, keine Zeichenkette.

Die Maschine, die nicht das Leck war

Diese Qualitätsreklamation: Pumpen lecken im Feld. Es gibt einen naheliegenden Verdächtigen, Maschine M001. Ihre Vibration ist in einer Woche von 2,0 auf 8,0 mm/s gestiegen, in ihrer eigenen Betriebsart. Das stimmt sogar, und eine Inspektion am nächsten Tag findet das Lager beschädigt.

Eine Tabelle durchgefallener Gehäuseprüfungen, Charge nach Maschine: Die saubere Charge fällt zu 2 und 3 Prozent durch, die verdächtige zu 20 und 18 Prozent, auf einer driftenden und auf einer ruhigen Maschine

Aber die Prüfungen sagen etwas anderes. Eine saubere Charge fällt auf dieser Maschine zu 2 % durch. Die verdächtige Charge fällt zu 18 % durch, auf einer Maschine, die völlig ruhig läuft. Die Fehler folgen dem Material. Das Lager musste getauscht werden; es war nur nicht das Leck.

M001 ist in beiden Fällen derselbe Datensatz: die ausfallende Maschine im Instandhaltungsfall und das Alibi im Qualitätsfall. Ohne diese Verbindung hätte man dem Lager Lecks angelastet, die es nicht verursacht hat. Mit ihr bleibt die Aussage, was sie ist: ein Zusammenhang, stark genug zum Handeln, kein bewiesener Grund. Einen Laborbericht gibt es noch nicht, und der Fall sagt das.

Drei weitere Zahlen desselben Freitags

Drei Blätter: ein Stahlangebot mit 9 Prozent Nachlass, das 4.188 Euro mehr kostet, eine Maschine bei 190 Grad, die 87,8 Grad Celsius hat, und ein Fehlbestand von 380 Dichtungssätzen, der ein Bestand von 420 ist

  • Stahl mit 9 % Nachlass kostet 4.188 € mehr je 10.000 nutzbare Kilogramm. Der Preis gilt je gekauftem Kilogramm; bei 86 % Ausbeute des günstigeren Lieferanten kauft man deutlich mehr davon.
  • Eine Maschine bei 190 Grad. Fahrenheit: Der Sensor war am 30. September umgestellt worden, die Beschriftung nicht. Es sind 87,8 °C, unter einer Alarmgrenze von 95 °C.
  • 380 Dichtungssätze zu wenig. Die SAP-Zählung war einen Tag alt. Das Lager hatte 35 Kartons zu je zwölf: 420, bei einem Bedarf von 400. Nichts zu kaufen.

Jede ist ein Befund in einem anderen Fall, aus einer anderen Prüfung. Der Arbeitsbereich enthält mehr davon: ein Harzangebot, das im Lager verfallen würde, eine „Ausschusskrise“, die ein geänderter Produktmix war, eine wiederholte Freigabe, die nichts doppelt reserviert hat.

Die Zählung

Sechs Fälle. Fünfundzwanzig Hypothesen. Zwanzig widerlegt.

Und zwölf Dauerfragen bleiben auf Wache. Eine davon lautet: Wo hängen zwei Lieferanten an derselben Quelle? Gefragt wird nach der Bedeutung, über den Glossarbegriff „verdeckte gemeinsame Abhängigkeit“, nicht nach einem Stichwort. Der nächste Scan, der so etwas findet, legt es Ihnen also vor. Vor dem Freitag.

Was er nicht tut

Er entscheidet nicht. Und er lässt keine Zahl als mehr durchgehen, als sie ist:

  • Umsatz im Risiko ist ein Risiko, kein Verlust.
  • Ein Angebot ist kein Bestand.
  • Betroffene Einheiten sind keine fehlerhaften Einheiten.
  • Ein kurzes Fenster nach einer Reparatur beweist keine Zuverlässigkeit.

Diese Vorbehalte stehen in den Befunden und sind aus den Memos zitiert: „No purchase or transfer has been approved yet.“ Irgendjemand muss am Nachmittag trotzdem die Entscheidung treffen.

Öffnen Sie ihn

Der Arbeitsbereich ist offen, mit jeder Quelle, jeder Prüfung, jedem Begriff, jeder Dauerfrage und jedem Fall von oben:

showcase.classifyre.com/nova-manufacturing

Drei Dinge zum Ausprobieren:

  1. Öffnen Sie den Versorgungsfall und klicken Sie eine Hypothese an. Ihre Belege leuchten auf, der Rest tritt zurück.
  2. Öffnen Sie die Entität Elbe Precision Castings und lesen Sie, wo sie erwähnt wird.
  3. Öffnen Sie den Qualitätsfall und suchen Sie M001 auf dem Board. Es ist dieselbe Maschine, die Sie aus der Instandhaltung kennen.

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